Petition der Vielen: Der 8. Mai muss Feiertag werden!

„Der 8. Mai muss ein Feiertag werden. Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann“, schrieb Esther Bejarano, Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in Deutschland, Überlebende von Auschwitz und Ravensbrück, in einem Offenen Brief zum 27. Januar 2020, dem 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee an Bundespräsident Steinmeier, Bundeskanzlerin Merkel und „alle, die wollen, dass Auschwitz nie wieder sei“.

Ein solcher Feiertag würde helfen, „endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes“, so Bejarano, die 1943 in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert worden war und dort im Mädchenorchester spielte. Später zwangen die Nazis sie, auf einen der sogenannten Todesmärsche zu gehen, bei dem sie fliehen konnte.

Vierzig Jahre lang wurde in der Bundesrepublik Deutschland über das Kriegsende nur als „Zusammenbruch“ gesprochen. Erst die historische Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard v. Weizäcker am 8. Mai 1985 hatte dazu geführt, dass sich die offizielle Bezeichnung änderte. 

Zehn Jahre später, zum 50. Jahrestag der Befreiung, wurde dieses Datum schließlich an verschiedenen Orten gefeiert, z. B mit einer großen Gala am Hamburger Thalia-Theater, die live im ZDF übertragen wurde und einem Bürger*innenfest auf dem historischen Paulsplatz in Frankfurt/M. Seit ein paar Jahren ist der Gedanke der Befreiungsfeier an verschiedenen Orten wieder aufgenommen worden, wie z.B. in Wien, wo das Mauthausen-Komitee jedes Jahr am 8. Mai ein „fest der freude“ auf dem Heldenplatz ausrichtet.

In diesem Jahr ist der 75. Jahrestag der Befreiung vom NS-Faschismus in Berlin zum einmaligen gesetzlichen Feiertag erklärt worden. Wir fragen uns: Warum nur in Berlin? Und warum nur einmalig? Wäre es nicht an der Zeit, diesen Tag bundesweit zum gesetzlichen Feiertag zu erklären? „Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten!“ meint Esther Bejarano. 

Die Kulturinitiative der VIELEN, die für den 8./9. Mai zu „Glänzenden Aktionstagen“ aufrufen, unterstützen Esther Bejarano aus ganzem Herzen! Wir fordern die Unterzeichner*innen der ERKLÄRUNG DER VIELEN, fast 3500 Kunst- und Kulturinstitutionen, sowie alle Aktiven der Künste auf, sich gemeinsam mit den DGB-Gewerkschaften und vielen anderen zivilgesellschaftlichen Initiativen für die Einführung des 8. Mai als neuen gesetzlichen Feiertag einzusetzen und so viele Stimmen wie möglich zu sammeln! Bei den „Glänzenden Aktionstagen“ am 8./9. Mai 2020 werden wir die ersten Unterschriften dem Bundespräsidenten, der Bundesregierung und den Abgeordneten des Bundestages in Berlin symbolisch übergeben.

Warum ist das wichtig?

Wir glauben, es ist Zeit zu zeigen, dass die Bewohner*innen der Bundesrepublik bereit sind, eine Erinnerungskultur aus vielfältigen Perspektiven zu schaffen, um am 8. Mai gemeinsam die Befreiung zu feiern. Bietet doch dieser Tag die Gelegenheit, „über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken“, wie Esther Bejarano schreibt: „Über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – und Schwesterlichkeit.“ Damit Auschwitz nie wieder sei – und dieses Land sich ändert!

Wo unterzeichnen?

Die Petition kann auf der Petitionsplattform von Campact unterzeichnet werden.